Amateurfunk an Schulen

Amateurfunk an Schulen

Amateurfunk an Hochschulen

Kontakt

Prof. Joachim Posegga, DL7JP

9403 Passau
dl7jp(at)darc2.de

An vielen Hochschulen gibt es Amateurfunkgruppen, die häufig  eine Amateurfunkstation in den Räumen der Hochschule betreiben und Ausbildungslehrgänge anbieten.

Tipps zu Amateurfunk an Schulen

An zahlreichen Schulen in der Bundesrepublik werden die vielfältigen Möglichkeiten, die der Amateurfunk zur Bereicherung des Schullebens bietet, von Lehrern und Schülern bereits genutzt.

Die Vielfalt der Betriebsarten und die Verfügbarkeit von Amateurfunkfrequenzen, die sich vom Kurzwellenbereich (160m bis 10m) bis in den Bereich der Dezimeter- und Zentimeterwellen erstrecken, bieten vielfältige Möglichkeiten der Nutzung des Amateurfunks:

Im Fachunterricht setzen Lehrer, die selbst eine Amateurfunklizenz besitzen, nach den Lehrplänen für die verschiedenen Schulformen und Rahmenrichtlinien der jeweiligen Bundesländer den Amateurfunk in geeigneter Form zur Verlebendigung des Unterrichts ein. Dabei reicht die Palette der Themen von physikalisch-mathematischen Kursen über Informatik-Kurse bis zu Anwendungen aus der Geographie und Astronomie. Und da der Amateurfunk eine Kommunikationsmedium ist, sind auch für die sprachlichen Fächer Anwendungsmöglichkeiten gegeben.

Bei Projektwochen erarbeiten lizenzierte Schüler zusammen mit ihren Fachlehrern Themen aus Bereichen der Telekommunikation und Nachrichtenelektronik, wobei die Vielfalt der Betriebsarten eine große Spannweite von Themen ergibt wie z.B. weltweiter, internationaler Sprechfunkverkehr mittels Kurzwelle und über Amateurfunksatelliten;

  • rechnergeschützter Datenfunkverkehr mit Hilfe der von Funkamateuren aufgebauten und betriebenen Packet-Radio-Netze einschließlich der Mailboxen,

  • Amateurfunkfernsehen direkt oder über Multimedia-Umsetzer,

  • Satellietenfunkverkehr über die zahlreichen von den internationalen Amateurfunkverbänden entwickelten und betriebenen Amateurfunksatelliten;

  • Austausch von Bildern und Graphiken über SSTV (slow scan television) und Fax.

In Arbeitsgemeinschaften schließlich bereiten sich Schüler auf die Amateurfunkprüfung vor, um in einer der beiden Klassen (A oder E) die Amateurfunklizenz zu erwerben und somit ein eigenes Rufzeichen und die Genehmigung zur Ausübung des Amateurfunks zu erhalten.

Spenden und Sponsoren

Hinsichtlich der Gerätebeschaffung tritt immer wieder die Frage auf, wie man an Geld- oder Gerätespenden kommen kann. An vielen Schulen gibt es Fördervereine, die ihrer Schule finanzielle Unterstützung anbieten. Daher sollten Sie bei Projektwochen oder Sonderveranstaltungen Ihrer Schule auch die Vorstandsmitglieder des Fördervereins ansprechen und Ihnen die Ziele Ihrer Arbeitsgemeinschaft verdeutlichen.  

Auch die Kontaktaufnahme mit dem benachbarten Ortsverbänden kann nützlich sein, denn die Mitglieder wissen häufig, wo man an preiswerte Gebrauchtgeräte kommt. Unter Umständen sind sie bereit, für Projektwochen Geräte auszuleihen.  

Schulstationen

Viele Schulen verfügen über eine eigene "Schulstation", die als sogenannte Clubstation mit eigenem Rufzeichen zugelassen ist und unter der Verantwortung eines Lizenzinhabers betrieben wird.

Sie kann zum Dreh- und Angelpunkt all der oben beschriebenen Möglichkeiten werden. Darüber hinaus läßt sie sich - bei entsprechendem Engagement das Betreibers der Schulstation - auch für die die sinnvolle Gestaltung der Freizeit von Schülern einsetzen.

 

Der bereits lizenzierte Lehrer kennt als aktiver Funkamateur seine Funkfreunde aus dem Äther, die ihm Auskünfte und Hilfestellungen nicht nur in amateurfunktechnischen Fragen geben können. Er ist vielleicht Mitglied des DARC e. V. und kann auf Hilfe in seinem Ortsverband oder Distrikt rechnen.

Aber auch der interessierte, aber noch nicht lizenzierte Lehrer kann auf die Hilfe der Ortsverbände des DARC e. V. in seiner Gemeinde zurückgreifen. 

 

Hinweise für interessierte Lehrer, Schulbehörde und Schulträger

Vor der Einrichtung einer "AG Amateurfunk" sollten Sie überlegen, welche Gremien Sie einschalten müssen, um die genehmigungsrechtlichen und technischen Voraussetzungen für die Durchführung der AG zu erfüllen. In einigen Bundesländern genügt z.B. nicht nur eine Genehmigung der Schulleitung, sondern im Rahmen von Mitwirkungsgesetzen muß die Schulkonferenz beteiligt werden. Hierzu ist es notwendig, daß Sie diesen Gremien die Ziele der Arbeitsgemeinschaft vorstellen.

Auflagen und Genehmigungen: Hinsichtlich der technischen Voraussetzungen ist es sehr wichtig, daß Sie vor der Ausstattung der Arbeitsgemeinschaft mit Geräten mit dem Schulträger bzw. dessen Bauabteilung genau abklären, ob er bereit ist, der Montage von Antennen am Schulgebäude zuzustimmen und/oder sich daran finanziell zu beteiligen. Es kann durchaus sein, daß der Schulträger aus rechtlichen Gründen darauf besteht, daß Antennen von einer Fachfirma montiert werden müssen, z.B. aus Gründen der allgemeinen Sicherheit, Beachtung von VDE- und Blitzschutzbestimmungen. Einige Schulträger stehen bereits der Verlegung von 220 V-Netzleitungen sehr skeptisch gegenüber.

Wichtig ist auch, daß die Geräte Ihrer Arbeitsgemeinschaft in einem einbruchssicheren Raum untergebracht werden. Nicht nur aus HF-Gründen bieten sich deshalb Räume an, die möglichst im Obergeschoß einer Schule liegen. An sehr vielen Schulen sind die Geräte der Schulstationen in den Informatikräumen untergebracht, die ohnehin gegen Einbruch besser abgesichert sind als die übrigen Raume. Eine vorausgegangene Klärung dieser Fragen erspart möglichen Ärger und Verdruß.